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Design & Development

Januar 10

Das sind die UX Trends 2022

Wer denkt, dass schon alles erfunden und gesehen wurde, denkt nicht gross genug. Auch im Kosmos der User Experience gibt es immer Neues zu entdecken. Einige Themen, die meiner Einschätzung nach im Jahr 2022 an Bedeutung gewinnen werden, sind hier zusammengefasst.

1. Mehr Fokus auf Anwendertests

Statistisch gesehen haben Sie 5-8 Sekunden, um einen Besucher auf Ihrer Internetseite davon zu überzeugen, dass er bleiben soll. Darum ist es wichtig, genau zu wissen, was Ihr Zielpublikum gerne sehen möchte.

Dank Anwendertests können Sie Schwachstellen in der User Experience frühzeitig erkennen und von Vornherein vermeiden. Die Investition in die frühzeitige Erkennung von Problemen reduziert die langfristigen Kosten und ermöglicht, UX-Elemente aus einer einzigartigen Kundenperspektive zu entwerfen. Um Ihre Website für Kunden in 2022 noch attraktiver zu gestalten, lohnt es sich also, eine ausgefeilte Usability-Testing-Methode zu erarbeiten und durchzuführen. Es gibt nämlich bekanntlich nichts Besseres, als das Feedback eines echten Users.

2. UX Writing

UX-Designer und UX-Writer arbeiten gemeinsam daran, die Interaktion zwischen Maschine und Mensch zu verstehen und eine Bindung herzustellen. Das Ziel erfolgreichen UX-Writings sind nutzerorientierte Texte, die dem User eine reibungslose Erfahrung mit dem Produkt ermöglichen. Dabei ist wichtig, dass eine Vertrauensbasis zwischen dem User und der Marke oder dem Produkt aufgebaut wird. Dies kann durch das Erfüllen von Bedürfnissen, Lösen von Problemen und Klären von Fragen geschehen. Momentan ist der Markt an Angeboten und Produkten so gross wie noch nie. Dadurch wird es für Unternehmen immer schwieriger, herauszustechen. Gut durchdachte UX-Texte steigen unter anderem die Chance, dass ein User Freude daran hat, mit Ihrer App oder Website zu interagieren.

UX-Writing hat auch bei mindnow einen unersetzlichen Stellenwert und wird nicht unterschätzt. Neben den eigenen Produkten und Leistungen, denen wir durch UX-Writing den letzten Schliff verpassen, profitieren auch unsere Kunden von unseren UX-Spezialisten. So konnten wir beispielsweise unserem Kunden Cornèrcard im Rahmen des Website-Relaunches auch beim UX-Writing behilflich sein.

3. Microcopy

Von der Beschriftung eines Call-to-Action-Buttons bis hin zum Platzhaltertext in Eingabefeldern von Formularen: Microcopys sind diese kleinen Textteile. Sie nehmen zwar nicht viel Platz ein, dafür sie sind umso wichtiger und gestalten einen grossen Teil der User Experience.

Eine Microcopy hilft, den User zu führen, ihn einzubinden, hinzuweisen und alles in allem eine angenehme Erfahrung zu schaffen. Wie eine kleine Stimme, die den User auf seinem Weg mit dem Produkt begleitet und unterstützt.

Getrendet haben Microcopys bereits in 2019, aktuell gewinnt der Begriff aber wieder sehr an Bedeutung. Microcopy zu schreiben ist an sich nicht schwierig, wirklich gute Microcopy hingegen schon. Dafür benötigt es ein paar Tipps und Tricks für wirkungsvolle Microcopy.

Direkt bei CTA-Buttons ist Microcopy gut platziert.

4. Inclusive Design

Inklusion ist das Herzstück der Geschichte des UX-Designs. Was auch immer Sie entwerfen, wenn sich ein User auf irgendeine Weise ausgeschlossen fühlt, ist es äusserst unwahrscheinlich, dass er sich länger damit beschäftigt. Darum ist inklusives Design eine der wirkungsvollsten und effektivsten Methoden, um die User Experience für Nutzer jeglicher Identität, Herkunft oder Erfahrung zu verbessern.

Wen(n) man nicht absichtlich einbezieht, schliesst man unbeabsichtigt aus.

UX-Designer haben die Macht, Dinge so zu gestalten, dass sie die Art und Richtung eines Projekts verändern. Barrierefreiheit bedeutet auch Benutzerfreundlichkeit für Menschen, die anders mit Produkten umgehen. Die Rolle des Designers besteht darin, dem Team zu helfen, Barrierefreiheit als eine Facette der Benutzererfahrung und nicht als Checkliste von Anforderungen zu betrachten.

Inclusive Design
Inclusive Design hat viele Facetten.

5. Creative Scrolls

Wenn das Produkt und die Vision es zulassen, lohnt es sich, einen genaueren Blick auf Creative Scrolls zu werfen. Indem man sich durch die Website scrollt, entfaltet sich eine eigene kleine Welt, die Geschichten auf eine ganz neue Art erzählt.

Die Schwierigkeit dabei ist sicherlich, dass diese Art von Website zum einen nicht für jeden geeignet ist, zum anderen stecken dahinter unglaublich viel Konzeptplanung und komplizierte Arbeitsabläufe. Bei solchen Entscheidungen wird oft zwischen funktionalen und inhaltlichen Anforderungen abgewogen. Wenn es aber gelingt, ist grosse Begeisterung und Faszination beim Betrachter garantiert.

Ein tolles Beispiel dafür ist eine Website der bekannten Fernsehserie «The Walking Dead». Durch das Scrollen durch die Seite wird anhand von bewegten Illustrationen gezeigt, wie sich die Statisten der Serie auf ihre Rolle als Zombie vorbereiten. Der Viewer wird in den Bann der Geschichte gezogen, liest sich die Texte durch und verweilt sichtlich länger auf der Seite. Bedenken Sie aber: Barrierefreiheit ist bei Creative Scrolls nicht zwingend gegeben.

Versuchen Sie es selbst 🙂

 

6. Dunkle Designs

Dark Themes gehören zu den immer beliebter werdenden Features der vergangenen Jahre. Neben Apple und Google, deren Dark Mode zu einem essentiellen Teil ihrer Nutzeroberfläche geworden ist, ziehen jetzt auch Apps wie WhatsApp, Instagram und Youtube nach.

Ein wichtiger Grund: Die dunklen Oberflächen reduzieren die Belastung der Augen, da weniger Blaulicht ausgestrahlt wird. Dazu wirkt heller Text auf einer dunklen Oberfläche oft weniger kontrastreich als dunkler Text auf einer hellen Oberfläche. Ausserdem kann auf einer dunklen Oberfläche ein breiteres Spektrum an Farben, Höhen und Tiefen ausgedrückt werden – heisst, Fotos, Illustrationen oder Grafiken wirken satter, ausserdem spart der Dark-Mode mehr Strom.

Instagram im Dark Mode spart Strom und schont die Augen.

7. Animationen und bewegte Grafiken

Menschen sind evolutionär gesehen dafür gemacht, dass sie Bewegungen ausserhalb des Zentrums ihres Blickfeldes wahrnehmen. Darum fällt Ihnen auch die kleine Spinne auf, die über Ihre Küchenablage krabbelt oder das Kleinkind im Bus, das seinen Schnuller fallen lässt. Wir Menschen sind ein gefundenes Fressen für Animationen und bewegte Grafiken, da unsere Aufmerksamkeit ganz automatisch davon angezogen wird.

Ein Beispiel dazu aus eigenem Hause ist der Vespa Konfigurator von Motolino. Auf spannende und verspielte Art lässt sich damit die perfekte Vespa zusammenstellen. So hat man nicht nur sofort das fertige Produkt vor Augen, das Spielen mit verschiedenen Elementen ist dazu auch ganz unterhaltend.

Aber Achtung: Diese Empfindlichkeit kann auch sehr schnell zum Nachteil werden, wenn Animationen plötzlich vom eigentlich wichtigen Inhalt ablenken. Ein unüberlegter Einsatz von bewegten Grafiken und Animationen kann das Benutzererlebnis erheblich beeinträchtigen. Deshalb benötigen Sie grundsätzlich ein durchdachtes Animations-Konzept, das verschiedene Anforderungen auf technologischer, inhaltlicher und Qualitäts-Ebene erfüllt.

Bewegte Vespas ziehen auf der Website von Motolino die Blicke auf sich.

8. 3D-Elemente

Statistiken zufolge steigt bei 3D-Elementen die Wahrscheinlichkeit, dass ein User auf der Seite bleibt um 45 Prozent. Gerade bei Produkt-Seiten würde ich daher die Einbettung  von 3D-Elementen durchaus empfehlen. Die Vorzüge liegen auf der Hand: 3D-Elemente fangen den Blick des Betrachters ein, schauen oft beinahe fotorealistisch aus und verleihen der Seite einen futuristischen Flair. Sie bringen wortwörtlich eine dritte Dimension ins Spiel, welche hilft, eine Komplexität herunterzubrechen und den Inhalt für den User verständlicher zu machen.

Verzögerungen beim Laden einer Seite mit 3D-Elementen sind seit der Einführung der 5G-Technologie übrigens kein Problem mehr. Es gibt also keinen Grund, davor zurückzuschrecken. BSI macht es uns vor: Ein Würfel als zentrales Element liefert dem User alle notwendigen Informationen und ist dazu ein wahrer Blickfang.

9. Design Systeme und Bibliotheken

Effizienz und Nachhaltigkeit stehen 2022 im Trend wie eh und je. Zeit ist unser wichtigstes Gut, alles soll so schnell wie möglich fertig sein und am besten eigentlich schon gestern.

Das Design System ist dafür da, dass Entwickler, Designer und Stakeholder die gleiche visuelle Sprache sprechen. Und zwar so schnell und effizient wie möglich. Es wird zu einer immer häufigeren Praxis im Designprozess. Mit Design Systemen werden die Schnittstellen zwischen mehreren Expertisen verbessert, ausserdem können so Prozesse beschleunigt werden und dadurch Geld gespart werden. 

Das Designteam von mindnow hat mit Figma ein Werkzeug gefunden, mit dem sich Benutzeroberflächen kollaborativ und flexibel gestalten lassen. Die Funktion, programmierte Elemente in einer Bibliothek zu speichern und jederzeit darauf zurückgreifen zu können, beschleunigt den Entwurfsprozess.

Das Collaboration Tool Figma ist hervorragend für Design Systeme und Bibliotheken geeignet.

Fazit

Das war mal eine Liste!

Im Jahr 2022 wird UX-Design noch stärker mit der Nutzererfahrung verknüpft werden. Die Interaktionen mit einem Produkt sollen noch lebendiger wirken und vollständig dem Alltag angepasst, so dass der Nutzer länger verweilt.

Ausserdem wichtig zu erwähnen an diesem Punkt: Sie müssen nicht alle UX-Designtrends auf ein bestimmtes Produkt oder eine Website anwenden. Reduzieren Sie Ihre Wahl auf das, was wirklich zu Ihnen und Ihrem Unternehmen passt und was den Bedürfnissen der Benutzer entspricht.

 

Co-Autorin und Übersetzerin: Kaja Fuchs

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