Mindnow

News

Mai 7

Zentrales Contact-Tracing: Sorge um Daten vs. Sorgen rund um die Pandemie

Als erfahrene App-Entwickler wissen wir bei minnow: Der Datenschutz hat oberste Priorität. Die persönlichen Daten der User gilt es zu schützen und schon im Vornherein sparsam zu sammeln. Wenn es möglich ist, verzichten wir sogar ganz auf eine Datenbank und setzen stattdessen auf dezentrale Datenspeicherung.

Während eine dezentrale Datenspeicherung etwa bei pass.me (digitalisierte Schnelltests by mindnow) genau der richtige Ansatz ist, so ist es bei mindful aktuell deutlich komplexer. Nicht nur, weil uns das Gesetz die Haltung der Daten in einer Datenbank vorschreibt, auch weil die Wirksamkeit der Kontaktketten-Unterbrechung ganz klar mit einer zentralen Datenbank zu lösen ist.

So funktionieren Contact-Tracing-Apps

Contact-Tracing Apps wie mindful ermöglichen einen einfachen Check-in im Restaurant oder Cafè – ohne Papierkram, aber dafür mit echten Daten, die direkt über die App abgefragt werden. Da lustige Fantasienamen wie Mickey Mouse und die Handynummer 12345 für das Contact-Tracing nicht gerade förderlich sind, werden die Kontaktdaten per SMS verifiziert. Beim Verlassen des Lokals checken die Gäste mit einem Klick in der App wieder aus. Der Aufenthalt ist nun 14 Tage lang in der App ersichtlich. Danach wird der Eintrag gelöscht.

So ähnlich funktionieren auch andere Contact-Tracing-Apps – es gibt davon einige in der Schweiz. Während die Vielfalt an Lösungen an sich eine gute Sache ist, überlastet und verlangsamt die Diversität jedoch auf nationaler Ebene das Contact-Tracing nur. Kantone müssen Daten aus verschiedenen Quellen anfordern, qualifizieren und suchen, bevor sie mit ihrer eigentlichen Arbeit beginnen können. In dieser Zeit haben sich schon wieder weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Der kritische Faktor Zeit

Die Rückverfolgung von Infektionen muss so schnell wie möglich geschehen – sonst zieht sich die Infektionskette während der Datensuche bereits weiter. Um die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen, ist es nun einmal erforderlich, dass Kontakte von zurückverfolgten Infektionsquellen sofort erreicht und unter Quarantäne gestellt werden, bevor sie das Virus weitergeben.

Gemeinsam mit anderen Schweizer Anbietern von Contact-Tracing-Lösungen haben wir uns deshalb zum Ziel gesetzt, die Zeit zur Benachrichtigung von Betroffenen zu verkürzen. Dies erreichen wir durch eine einheitliche, zentrale Datenbank. An unsere SCTdb können alle Lösungen zum Sammeln von Kontaktdaten kostenlos angeschlossen werden. Dadurch erhalten autorisierte Kantonsärzte und Contact Tracer schnell Zugriff auf jene Datensätze, die sie brauchen, um Betroffene frühzeitig zu informieren.

Pains & Gains sind abzuwägen

Der grosse Vorteil einer einheitlichen Datenbank liegt auf der Hand: Schnelleres Contact-Tracing und Warnungen für Betroffene. Eifrige Datenschützer haben bereits erkannt, was damit einhergeht: Besuchs­daten aus den führenden Schweizer Check-in-Apps flössen in einer zentralen Datenbank zusammen und liessen sich auch zu anderen Zwecken von der Bundesverwaltung und diversen Kantonen analysieren.

Wir können die Sorgen um die Datensicherheit in gewisser Weise nachvollziehen. Dennoch plädieren wir für eine Abwägung der Pains & Gains. Wie viel sind wir bereit für den Datenschutz zu opfern?

Zur Erinnerung: Wir haben es hier mit einer schwerwiegenden Pandemie zu tun, die nun seit mehr als einem Jahr unsere Wirtschaft lahmlegt und Existenzen bedroht. Viele Menschen sind bereits am Coronavirus gestorben oder kämpfen mit langwierigen Folgen nach überstandener Krankheit. Ganz zu schweigen von der psychischen Belastung in der Isolation. Aber sobald das Thema Datenschutz aufkommt, scheinen alle anderen Aspekte irrelevant zu sein. Und dabei geht es nicht um den vom Gesetzgeber definierten Datenschutz, nein, es muss noch viel mehr Datenschutz sein. Egal was es kostet. 

Vor allem wenn man bedenkt, wofür wir sonst unsere Daten bereitwillig hergeben, sollten wir abwägen, was uns als Gesellschaft wirklich wichtig ist. Während ausländische Tech-Giganten im Gegenzug für mehr Convenience längst alles über ihre User wissen und dies für Werbezwecke nutzen, stellen wir hier die Eindämmung der Pandemie der Angst gegenüber, Bundesverwaltung und Kantone könnten theoretisch die Daten des Contact-Tracings zweckentfremden.

Unser Fazit: Die Verbreitung des Virus so schnell wie möglich einzudämmen, sollte die oberste Priorität sein. Dass der Datenschutz wichtig ist, steht ausser Frage, doch er steht nicht über der Wiederbelebung der für Schweiz extrem wichtigen Gastronomie und schon gar nicht über Menschenleben.

Wer sich genauer ansehen möchten, welche Daten wie in der zentralen Datenbank gespeichert werden, kann sich gerne die Dokumentation unserer Schnittstelle anschauen.

 

Comments 0

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Fill in the fields
Bereit, den Markt gehörig aufzumischen?

Erzählen Sie uns Ihre Geschichte