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Autor
Dalibor Kratky

Über mich

Ich war in einem vierjährigen Programm, welches in zwei verschiedene Phasen unterteilt wurde, an einer Informatikschule in Zürich eingeschrieben. In den ersten drei Jahren war ich Vollzeitstudent und das letzte Jahr wurde mit einem Praktikum in einem IT-Unternehmen abgeschlossen, welches in meinem Fall mindnow war.

 

Porträt unseres IT-Praktikantens

 

Seitdem ich mich erinnern kann, bin ich von elektronischen Geräten umgeben. Wir hatten zu jeder Zeit mindestens zwei Laptops in unserem Haushalt und der Großteil meiner Familie war ohnehin schon im IT-Bereich tätig. Man könnte also beinahe sagen, dass ich in diesen Arbeitsbereich „gezwungen“ wurde. Doch nicht das ich mich beschweren würde. Ich liebe diesen Job jeden Tag mehr! Zusammenfassend kann man also sagen, dass ich meine berufliche Laufbahn 2017 mit einem IT-Praktikum bei mindnow begonnen habe und es seither fantastisch war.

 

Erster Eindruck

Die einzige Berufserfahrung, die ich aufweisen konnte, war, als ich mit meinem Vater zur Arbeit ging. Er arbeitete jedoch in einem grossen internationalen Unternehmen, welches sich dann doch von dem Unternehmen, wo ich mich beworben hatte, stark unterschied. Tatsächlich war es kaum vergleichbar. Die Räume bei mindnow waren bunt und voll von lustigen Aufklebern und Sprüchen. Die Atmosphäre war unbeschwert und es fühlte sich eher an, als ob man mit Freunden zusammen an einem gemeinsam verfolgten Ziel arbeitet, als in einem Unternehmen mit seinen Hierarchien und Strukturen. Die Atmosphäre während des Bewerbungsgesprächs war nicht anders. Ich wurde von dem Mitbegründer und dem CEO des Unternehmens interviewt. Wir sprachen über verschiedene Frameworks und Programme mit denen ich gerne arbeiteIch konnte sogar einige meiner persönlichen Projekte vorstellen, an welchen ich in meiner Freizeit werkelte. Ich war erfüllt von Freude, da das Gespräch sehr gut verlief und ich ein grossartiges Feedback bezüglich meinen Projekten erhielt.

Anschliessend wurde ich dem Team vorgestellt und schon war das Bewerbungsgespräch vorbei. An dieser Stelle ist es wohl überflüssig zu sagen, dass ich den Job bekommen habe. Ein paar Monate später sass ich im Bus, unterwegs zu meinem ersten Job überhaupt. Wie alle „ersten Tage“ war ich unglaublich nervös und wachte sogar eine Stunde bevor mein Alarm losging auf. Dieser Tag bedeutete für mich, dass ich kein Student mehr war. Und so nervös ich auch war, war ich genauso aufgeregt. Als ich ins Büro kam, bekam ich meinen neuen Computer -mit zwei Monitoren und allen vorinstallierten Gadgets, die ich je wollte. Fantastisch. Bevor ich jedoch beginnen konnte, wurde ich bereits zum ersten Team-Meeting eingeladen, wo ich allen offiziell vorgestellt wurde.

Hände welche am Laptop schreiben

 

Teamkultur

Seit dem ersten Tag an fühlte ich mich als ob ich schon immer Teil des Teams gewesen wäre. Einige meiner Kollegen haben sogar die gleiche Informatikschule wie ich besucht. Da auch sie die Entscheidung getroffen haben, weiterhin bei mindnow zu arbeiten, wusste ich instinktiv, dass ein unglaublich tolles Jahr vor mir liegt.
Das beste am Team ist, dass wir nicht nur Arbeitskollegen sind. Schon nach ein paar Wochen knüpfen wir Freundschaften und trafen uns regelmässig nach der Arbeit zu einem Drink und einem gemütlichen Gespräch. Nichtsdestotrotz war es nicht nur ein Zuckerschlecken, denn die Arbeit macht sich nicht von selbst.


Erkenntnisse

1. Du weisst etwas nicht? Google es. Google ist dein Freund

Scheint einfach zu sein, oder? Nicht ganz. In der Schule haben wir an verschiedenen Projekten gearbeitet und mussten dazu Prüfungen schreiben. Entsprechend wurde das googeln nicht geduldet, da wir die Lösungen selbst finden mussten. Das Motto der Lehrer lautete, es sei nicht nötig, etwas zu google, wenn es im Unterricht schon besprochen wurde. Man müsse es dann ja wissen. Doch an meinem ersten Tag warf ich -gezwungenermassen- diese Prinzipien über Bord. Meine erste Aufgabe bestand darin, die Repositorien, an denen mein Team schon arbeitete, zu klonen. Es wurde mit „git“ gearbeitet, einem Versionskontrollsystem, welches hauptsächlich für das Quellcodemanagement in der Softwareentwicklung eingesetzt wird. In der Schule wurde mir git zwar vorgestellt, doch das war nur für eine Woche und ungefähr vor zwei Jahren. Entsprechend wusste ich was es war. Doch wie man es benutzt -ein komplett neues Thema. Ich denke, die Verwirrung in meinen Augen sprang einen Mitarbeiter förmlich an, denn er sah mich an, nickte und sagte „Google“. Nun gut, erster Tag, erste Aufgabe, erste Lektion gelernt: „Google ist dein bester Freund“. Nun, zumindest die meiste Zeit über. Manchmal ist es ehrlich gesagt wirklich schwer genau das zu finden, was man sucht.
Damit kommen wir zu Lektion zwei:

Laptop mit Büchern für das IT-Praktikum

 

2. Googeln ist gar nicht so einfach

Wer hätte das gedacht? Etwas so Alltägliches und ich finde es manchmal immer noch schwierig. Ein Beispiel wäre deshalb folgendes:
Einen Fehler durch einen Import zu kriegen und das genaue Problem lokalisieren zu müssen, um die gewünschte Lösung zu finden, kann eine echte Herausforderung sein. Denn es gibt mehr Dokumentationen, Clips und Foren, als man jemals in der Lage wäre zu lesen. Der Schlüssel liegt jedoch in dem Auffinden einer gut verfassten Dokumentation, was uns zu Lektion drei führt:

Bild eines Computers

 

3.  Niemand mag es Dokumentationen zu schreiben. Doch sie sind wichtig

Schon mal ein Paket ohne entsprechende Dokumentation installiert? Ich hab es gemacht. Und das ist gar nicht gut. Normalerweise deinstalliere ich das Paket einfach und suche nach etwas Neuem. Wenn es jedoch keine Alternative gibt, ist man auf den Code von jemand anderem angewiesen, der absolut nichtssagend wirkt. Und soweit ich weiss, schreibt niemand gerne eine Dokumentation. Es ist ganz und gar nicht toll und man muss laufend daran denken, dass man die Zeit mit produktiveren Aufgaben verbringen könnte. Trotzdem wird sich die nächste Person sehr über deine geschriebene Dokumentation freuen und die Dankbarkeit wird dir garantiert sein. Unter der Vielzahl von Dokumentationen, die dir zur Verfügung stehen, gibt es auch einige, welche speziell für Anfänger wie mich geschrieben werden, was uns zur Lektion vier führt.

 

4. Es gibt Dokumentationen für Frischlinge wie mich

Von den Dokumentationen, welche extra für Anfänger geschrieben worden sind, konnte ich viel profitieren. Denn sie erklärten das Problem so einfach wie nur irgendwie möglich und präsentierten die passende Lösung dazu. Am häufigsten war ich auf „ohshitgit“ unterwegs, wo ich die für mich passenden Dokumentationen fand. Dort werden die am häufigsten auftretenden Probleme bei git erklärt -inkl. einem lustigen und kreativen Lösungsweg. Heute benutze ich diese Dokumentationen nicht mehr so häufig, doch während meinen Anfangstagen war es meine Lebensrettung.

Laptop mit einem Code der programmiert wird

 

5. Begnüge dich nicht mit einem ok, du kannst es besser

Zu Beginn des IT-Praktikum hatte ich für jede Aufgabe die gleiche Einstellung. Funktioniert es? Ja? Dann ist es gut genug. Nun, dass ist es nicht. Dies ist besonders wichtig für das Frontend, den Teil des Webs, mit dem interagiert werden kann. Nach Abschluss einer Aufgabe habe ich mich jeweils in die Lage des Kunden versetzt und mich folgendes gefragt: „Würde es mir Spass machen, mit diesem Tool zu arbeiten, und vor allem, verstehe ich, was ohne zusätzliche Informationen zu tun ist?“. Wenn ich mit „ja“ antworten kann, ist es gut und ein „nein“ bedeutet ganz klar, dass noch mehr Arbeit zu erledigen ist. Was das Backend betrifft, einfach gesagt die Magie hinter allen Websites, ist es einfacher, denn man berücksichtigt den Kunden erst gar nicht. Der Fokus liegt hier voll und ganz auf den Richtlinien, die durch das Unternehmen definiert werden.  

Visualisierung des Internets

Nach dem IT-Praktikum

Das Jahr zog förmlich an mir vorbei. Meine wunderbare Zeit hier ist der Grund, warum ich nach dem IT-Praktikum in die Fussstapfen meiner Vorgänger trat und weiterhin hier arbeitete. So blieb ich noch ein weiteres Jahr bei mindnow, bevor ich im September 2019 mein Studium an der Zürcher Fachhochschule für Informatik beginnen werde.

 

Reflektion

Ich bin dankbar für die Erfahrungen und das gesammelte Know-how während meines IT-Praktikum bei mindnow. Meine Kollegen und mein Chef setzten mich immer wieder an immer härtere Aufgaben, so dass ich am Ende selbst die härtesten Herausforderungen meistern konnte. Ich hatte eine wundervolle Zeit hier und an diese zwei Jahre werde ich mich für immer erinnern können.

Comments 1

  • Mia Gudelj

    Sehr geehrter Herr Kratky

    Es war sehr interessant Ihren Blog zu lesen. Ich konnte mir ein recht gutes Bild der Einführung in die Arbeitswelt von Mindnow machen. Auch das Arbeitsklima unter den Mitarbeitern konnten Sie sehr positiv überbringen, was mich nur noch mehr dazu anregte, mich bei Mindnow zu bewerben. Da ich leider keine Stellenausschreibung für ein weiteres IMS-Praktikum finden kann, wollte ich Sie fragen, ob es noch möglich wäre, ein Mitglied des Mindnow-Teams im Sommer 2020 zu werden?
    Ich finde es lobenswert, dass Sie einen Block geschrieben haben, denn so erfährt man auch die Sicht und Situation eines Praktikanten. Sehr schön.

    Ich wünsche Ihnen weiterhin eine sehr lehrreiche und erfolgreiche Zeit bei Mindnow und würde mich um eine kleine Rückmeldung freuen.

    Freundliche Grüsse

    Mia Gudelj

    Answer

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Dalibor Kratky